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20.08.25
Implantate trotz wenig Kieferknochen?


Für den festen Halt von Implantaten ist eine ausreichende Höhe und Breite des Kieferknochens Voraussetzung. Bei manchen Menschen ist der Kieferknochen von vornherein nicht stark genug ausgeprägt, bei anderen hat er sich zurückgebildet: Insbesondere bei Zahnlücken, die über einen längeren Zeitraum bestehen, baut sich der darunterliegende Knochen aufgrund der mangelnden Kaubelastung ab. Dieser Effekt tritt auch häufig unterhalb von Brückengliedern oder herkömmlichen Prothesen auf.
Knochenaufbau ermöglicht Implantation

Patienten mit geringem Kieferknochenangebot müssen jedoch nicht auf eine Implantation verzichten. Mit modernen Knochenaufbauverfahren können die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Zudem gibt es spezielle Implantatsysteme, die auch bei wenig Knochen eingesetzt werden können – ein Knochenaufbau ist hierbei nicht notwendig.
Was passiert bei einem Knochenaufbau?

Bei einem Knochenaufbau (Augmentation) wird entweder körpereigenes Knochenmaterial oder gut verträgliches Ersatzmaterial eingefügt. Der Körper ersetzt es nach und nach durch neugebildeten Knochen.

Je nachdem, wie viel Knochen fehlt, an welcher Stelle ein Implantat gesetzt wird und ob der Knochen erhöht oder verbreitert werden soll, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Das Einsetzen des Implantats kann entweder gleichzeitig mit dem Knochenaufbau oder nach einer Einheilphase geschehen.
Methoden zum Knochenaufbau im Überblick: Sinuslift

Ein Sinuslift dient zur Erhöhung des Knochenangebots im seitlichen Oberkiefer. Dazu wird die Schleimhaut zwischen dem Kieferknochen und der darüber liegenden Kieferhöhle etwas angehoben. In den entstandenen Hohlraum wird Knochen- oder Ersatzmaterial eingefügt und so der zu niedrige Knochen erhöht.
Bone-Spreading oder Bone-Splitting

Bei einem zu schmalen Kieferkamm (der Teil des Kiefers, der als Halt für die Zähne dient), kommt ein Bone-Spreading oder Bone-Splitting zur Anwendung. Beim Bone-Spreading wird der Knochen an der betreffenden Stelle ein wenig ausgedehnt, beim Bone-Splitting vorsichtig in zwei Teile getrennt. In den entstehenden Spalt wird jeweils Knochen- oder Ersatzmaterial eingefüllt.
Distraktionsosteogenese

Wenn der Kieferknochen zu niedrig ist, wird er im entsprechenden Abschnitt mittig in einen oberen und einen unteren Teil getrennt. In den Spalt wird eine kleine Stellschraube eingesetzt, die ihn über mehrere Wochen hinweg kontinuierlich erweitert – in dieser Zeit wächst der Knochen nach und füllt den Zwischenraum. Bei der Distraktionsosteogenese muss kein Knochen- oder Ersatzmaterial eingefügt werden.
Knochenblockmethode

Mit der Knochenblockmethode lassen sich Kieferabschnitte verbreitern, die deutlich zu niedrig oder zu schmal sind. Bei diesem Verfahren wird ein größeres Stück Knochen an die entsprechende Stelle transplantiert. Dieser Knochenblock oder -span wird meist im Ganzen aus dem Kinn-/Weisheitszahnbereich, dem Unterkiefer oder sehr selten aus dem Beckenkamm entnommen und mittels kleiner Schrauben befestigt.

Haben Sie Fragen zum Knochenaufbau? Wir beraten Sie gerne.
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